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Leben mit MS

Mein erster bewusster MS-Schub

Im Oktober 2017 hatte ich meinen ersten bewussten MS-Schub, der mich denn auch gleich ins Krankenhaus beförderte:

Im MRT wurde festgestellt, dass ich offensichtlich schon früher MS-Schübe gehabt haben muss. Allerdings habe ich von diesen nichts bemerkt – erst im Oktober 2017 hatte ich einen bewussten Schub.

Gefühlt ging alles mit einer ganz banalen Erkältung los.

Eines Tages im September 2017 fühlte ich mich morgens schon nicht sonderlich gut. Nachmittags saß ich mit Schüttelfrost in Meetings, fuhr dann nach Hause und kippte daheim mit Fieber aufs Sofa. Um niemanden anzustecken, arbeitete ich die nächsten beiden Tage von Zuhause aus – so dreckig ging es mir auch wieder nicht, es war einfach eine Erkältung mit Halsschmerzen, laufender Nase, Husten, Heiserkeit, Kopfweh. Was man halt so hat.

Dooferweise ging es mir statt besser aber immer schlechter, sodass ich nach einigen Tagen doch zum Hausarzt ging. Mandelentzündung, hieß es. Und weil mein Körper gegen die ankämpfte, hatten die ganzen anderen Infekte leichtes Spiel. Ich wurde für den Rest der Woche krankgeschrieben und bekam eine Woche lang Antibiotika.

Darauf die Woche ging ich wieder normal arbeiten. Die Mandelentzündung und der Husten waren zwar immer noch da, aber naja… ich bin echt nicht so der Typ, der sich „einfach mal ins Bett legt“ oder sonstwie die Füße stillhalten kann.

Als ich am 11. Oktober, einem Mittwoch, die morgendliche Runde mit dem Hund drehte, zweifelte ich dezent an meiner selbst: ich sah plötzlich die Verkehrsschilder und Bäume doppelt.

Ehrlich gesagt, habe ich das aber irgendwie erstmal wieder weit weggeschoben. Im Nahbereich sah ich alles ganz normal und da ich an dem Tag Home Office machte, fiel mir das auch immer nur auf, wenn ich halt mit dem Hund rausging. Komisch war es schon.

Wegen einiger wichtiger Meetings fuhr ich donnerstags ins Büro, war aber sehr froh, dass mein Mann mich da eh mit dem Auto mit in die Stadt nahm und ich nicht selber fahren musste. Für Freitag nahm ich mir vor, nochmal zu meiner Hausärztin zu gehen.

Auf der Hunderunde am Freitagmorgen war es dann auch echt gruselig… alle Spaziergänger und Autos sah ich doppelt. So richtig, als sei ich betrunken. Da habe ich wirklich Angst bekommen.

Meine Hausärztin hörte sich das an, leuchtete mir in die Augen, konstatierte dazu eine nach wie vor existente Mandelentzündung… und schickte mich direkt zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus. Dass sie meinte, ich solle sicherheitshalber ein Köfferchen für eine Nacht mitnehmen, machte mich schon nervös… direkt dableiben müssen?


Hier geht es zum nächsten Teil: Notaufnahme, CT, Lumbalpunktion & weitere Untersuchungen

2 Antworten auf „Mein erster bewusster MS-Schub“

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